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Heilige gehen auf Punktejagd
10.03.2011 - Geisenheim
Von Thorsten Stötzer
Schulsport Thorsten Bergmann trainiert in der Basketball-Hochburg St. Ursula drei Teams der "Rheingau Saints"
Ein dunkelbrauner Schreibtisch mit einem Bildschirm darauf ist vormittags der Arbeitsplatz von Thorsten Bergmann. In der St. Ursula-Schule in Geisenheim betreut er dann die Oberstufen-Bibliothek im Rahmen seines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ). Ein Blick auf die Tür gegenüber weist darauf hin, dass aber Bücher nicht sein eigentliches Metier sind. Auf einem Poster an der Tür ist nämlich Basketball-Nationalspieler Pascal Roller in Aktion zu sehen. Bergmann trainiert gleich drei Basketball-Mannschaften des Schulsportvereins (SSV), die auch als die „Rheingau Saints“ (Heilige) firmieren.
Im Rheingau keine Gegner
Öffentlichkeitsarbeit und Coaching bei den Spielen am Wochenende zählt weiterhin zu den Aufgaben des 19-Jährigen aus Oestrich. Die Fahrten sind weit. „Wir sind der westlichste Zipfel im Bezirk Darmstadt“, erklärt der Vereinsvorsitzende und Abteilungsleiter Matthias Fahrig. Im Rheingau gibt es keine Gegner für die Geisenheimer, die bis nach kurz vor Aschaffenburg reisen müssen. Bergmann ist der zweite FSJler nach Emin Alexandi, der den Basketballern hilft. Insgesamt sind acht Teams in den Ligen gemeldet. In Glanzzeiten waren es gar zwölf Mannschaften, berichtet Fahrig.
Die St. Ursula-Schule darf als Hochburg für die schnelle Ballsportart gelten. Das Einzugsgebiet geht weit über die Schule hinaus, von den unter Zehnjährigen reicht das Spektrum bis zu den Frauen, die kürzlich knapp den Aufstieg in die Landesliga verpasst haben. 2012 könnte die von ihm trainierte männliche U-18 in die Oberliga aufsteigen, hofft Bergmann, das wäre der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.
Von ihm geleitete Basketball-AGs in Grundschulen schaffen die Basis. „Bei Jugend trainiert für Olympia“ rangiert die St. Ursula-Schule regelmäßig unter den acht besten hessischen Vertretern und einige Talente spielen dank einer Doppel-Lizenz für den BC Wiesbaden in der Jugend-Bundesliga. Diese Entwicklung wäre nicht denkbar ohne das Engagement Fahrigs, der 1990 aus Saarbrücken an die Schule kam. Er brachte den „Basketball-Virus“ mit, wie er selbst sagt. Große Fortschritte waren möglich, als 1997 eine moderne Sporthalle und parallel der Schulsportverein entstanden. Dazu kommen nun die FSJler in den Verein - getragen durch die Sportjugend Hessen und finanziert von der Schule.
Bergmann hat im vergangenen Jahr in der St. Ursula-Schule sein Abitur gemacht. Ob sich im September ein Nachfolger findet, hält Fahrig für fraglich. Nach Ende von Wehrpflicht und Zivildienst könnte das FSJ als Alternative an Attraktivität verlieren. Allgemein sei es schwieriger, in der Schule Aktive, Übungsleiter und Funktionäre zu finden, was auch mit zusätzlichen Belastungen durch G-8 zusammenhängen könne. Vielleicht animiert ein Blick auf das Poster mit Pascal Roller: 2002 war der Star mit einem Demonstrationstraining zu Gast beim Schulfest.
Ligaspieler:
Einen kompetenten Kollegen haben Thorsten Bergmann und Matthias Fahrig in der St. Ursula-Schule obendrein an ihrer Seite: Diplom-Sportlehrer Thomas Krull ging für die Basketball-Bundesligisten Langen und Würzburg auf Punktejagd.
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